4 FORDERUNGEN GEGEN ARMUTSSCHATTEN

Für mehr soziale
Gerechtigkeit!

4 FORDERUNGEN GEGEN ARMUTSSCHATTEN

Für mehr soziale
Gerechtigkeit!

SoVD in Niedersachsen bringt Petition auf den Weg

In Deutschland waren im Jahr 2019 15 Prozent der Bürger*innen von Armut bedroht. Das sind rund 13 Millionen Menschen! Armut findet in der Mitte der Gesellschaft statt und das ist kein Gefühl, sondern Fakt.

Betrifft mich nicht? Ein gefährlicher Trugschluss. Oft folgt der Armutsschatten ein Leben lang und wird dann unerwartet mit der Rente sichtbar. Fast jede*r kann betroffen sein, und zu wenigen gelingt es, ein Leben ohne Angst vor Verarmung zu leben. Dass dies so ist, ist Folge einer Politik, die Armutsrisiken seit Jahrzehnten ignoriert oder wissentlich in Kauf nimmt. Das nehmen wir nicht länger hin. Es ist Zeit, endlich zu handeln!

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So wollen wir Armutsgefährdung abschaffen

Die Ursachen von Armutsgefährdung sind manchmal komplex. Wir haben vier konkrete Forderungen herausgearbeitet, deren Erfüllung zur Besserung der Bedingungen und damit zur Vermeidung von Armut führen. Unsere Petition im Einzelnen:

1.

Jede*r sollte kriegen, was sie*er verdient:
Mindestlohn rauf auf mindestens 13 Euro!

Wer befristete Arbeitsverträge hat, in einem Minijob/in Teilzeit arbeitet oder seine Ausbildung abgebrochen hat, ist besonders armutsgefährdet. Denn: Selbst wer in Deutschland Arbeit hat, ist nicht vor Armut geschützt. An dieser Stelle hilft ein gesetzlicher Mindestlohn von mindestens 13 Euro.

(Der SoVD in Niedersachsen sieht perspektivisch 15 Euro als zwingend notwendig an.)

2.

Alleinerziehende nicht alleine lassen:
für alle drei Jahre Erziehungszeiten für die Rente berücksichtigen!

Alleinerziehende haben es oft besonders schwer: Sie stemmen die Kinderbetreuung alleine und können deshalb oft nicht in Vollzeit arbeiten. Außerdem sind typische Frauenberufe meistens schlecht bezahlt. Die Konsequenz: ein hohes Armutsrisiko und Armut im Alter. Bislang werden nicht bei allen die ersten drei Jahre der Erziehungszeit bei der Rente angerechnet. Das wäre ein wichtiger Schritt, um das Risiko zu senken.

(Der SoVD in Niedersachsen sieht perspektivisch sechs Jahre als zwingend notwendig an.)

3.

Mehr Jobs für Menschen mit Behinderung: Ausgleichsabgabe nicht nur verdoppeln!

Eigentlich gibt es eine Vorgabe, wie viele Menschen mit Behinderung ein Unternehmen einstellen muss. Viele halten sich aber nicht daran. Denn: Sie können die Quote umgehen, indem sie einen finanziellen Ausgleich zahlen. Das macht es vielen zu einfach und führt dazu, dass Menschen mit Behinderung doppelt so häufig arbeitslos sind wie Menschen ohne Behinderung. Somit sind sie extrem armutsgefährdet. Deshalb gilt: Wer sich als Arbeitgeber*in nicht für Menschen mit Behinderung einsetzt, der muss das spüren – Ausgleichsabgabe verdoppeln und Quote hoch auf 6%.

(Der SoVD in Niedersachsen sieht perspektivisch eine Abschaffung der Ausgleichsabgabe für geboten und hält gleichzeitig eine steuerfinanzierte Regelung für erforderlich.)

4.

Im Alter und bei Krankheit:
Rente darf nicht arm machen

In einem reichen Land wie Deutschland ist die Armutsgefährdung von Rentner*innen sehr hoch – gerade bei Frauen und Menschen, die erwerbsgemindert sind. Trotz jahrelanger Arbeit erhalten sie nur eine geringe Rente. Das ist ungerecht und unwürdig! Deshalb muss die Grundsicherung im Alter verlässlich und schnell weiterentwickelt werden.

(Der SoVD in Niedersachsen sieht perspektivisch eine Mindestrente von 1.200 Euro brutto für alle geboten.)

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Weitere Forderungen

7 Forderungen an die Politik

Dass Menschen in einem so reichen Land wie Deutschland Angst vor Armut haben müssen, ist nicht hinnehmbar!